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»Ich habe mich
viel mit der Geschichte des Freimaurerordens beschäftigt und
die Bedeutung für das Entstehen der europäischen Kultur gewürdigt. Ich bin
überzeugt, dass er in der Aufrechterhaltung derselben etwas zu bedeuten hat, weil er das
freisinnige und ethische Miteinander vertritt, das, was Kultur ausmacht.« Albert Schweitzer
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Stichwort »Diskretion«
Freimaurer und das »Verschwiegenheitsgelübde«
[pm/vgl] Das legendäre freimaurerische »Verschwiegenheitsgelübde« beflügelt seit Jahrhunderten die
Fantasie von Verschwörungstheoretikern. Dabei ist es längst ein offenes Geheimnis, dass die
freimaurerischen Rituale mittlerweile - neben vielen verleumderischen – in jeder guten Uni-Bibliothek
zu finden sind. Warum also halten ernstzunehmende Brüder noch heute an der vermeintlichen
»Geheimniskrämerei« fest?
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 Das allsehende Auge - Symbol für Weisheit und Erkenntnis
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Dass Brüder mit ihrer Aufnahme in den Bund noch heute Verschwiegenheit gegenüber Außenstehenden
geloben, hat eine lange Tradition. Bei den Dombauhütten des Mittelalters wollte man lukratives
Fachwissen vor der Konkurrenz hüten. Als man nach dem Ende des Kathedralen-Baubooms auch
intellektuelle Fördermitglieder annahm, sicherte das Verschwiegenheitsgelübde den gefahrlosen
Austausch über seinerzeit revolutionäre Ideen. Und weil damit Freimaurer als Aufklärer und
Humanisten in konservativen Kreisen unter Beschuss gerieten, gaben die Brüder auch keine Namen
von Mitgliedern preis. Heute ist der wesentliche Sinn des Verschwiegenheitsgelübdes ein anderer:
Unsere Rituale stammen aus längst vergangenen Zeiten, sind jahrhundertealt. Wer sich nicht auskennt,
dem werden unsere teils sogar jahrtausendealten Symbole überhaupt nichts sagen oder vielleicht
befremdlich wirken. So, wie es Dan Brown treffend in seinem Freimaurer-Roman »Das verlorene
Symbol« seinen Protagonisten Prof. Robert Langdon vor Studenten sagen lässt: »Wir alle fürchten uns
vor dem, was wir nicht verstehen. Bleiben sie unvoreingenommen.« |
Deshalb halten die Vereinigten Großlogen, der Dachverband der deutschen Freimaurerei, auch in
Zeiten verstärkter und notwendiger Öffentlichkeitsarbeit immer noch an einem Mindestmaß von
»Privatssphäre« fest. Freimaurerische Versammlungsräume können zwar schon seit 1988
Außenstehenden gezeigt werden, allerdings ohne erklärungsbedürftige Ausstattungsgegenstände.
Zudem sollen Brüder die Zusammenkünfte weiterhin ohne das störende Blitzen von Fotoapparaten
oder Kamerateams erleben können. Logen sollen auch in Zeiten permanenter Beobachtung und
Zurschaustellung von Äußerlichkeiten ein Refugium, ein Rückzugsraum zur Besinnung auf innere
Werte bleiben. Brüder können sich über die Grenzen sinnvoller Öffentlichkeitsarbeit mit einer
Stellungnahme und einem erläuternden Essay der Vereinigten Großlogen von Deutschland im
»internen Bereich« informieren. Die Zugangsdaten sind den einschlägigen freimaurerischen Medien
zu entnehmen.
Tipp für Außenstehende: Obwohl die freimaurerischen Rituale längst in guten Bibliotheken zu finden
sind, wird ernstzunehmenden Interessenten von ernstzunehmenden Logen immer noch von all zu
viel Vorfeld-Recherche abgeraten. Das Ritual sollte unvoreingenommen und vorurteilsfrei erlebt
werden. Bei der Recherche läuft man allerdings als Unkundiger Gefahr, auf eine der zahlreichen
kursierenden Ritualschilderungen hereinzufallen, die lediglich zur Verleumdung der Freimaurerei
erdacht und die Welt gesetzt wurden.
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> Interner Bereich der VGL für Brüder
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