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   Logenhaus feierte 100-jähriges Jubiläum

Vor über 100 Jahren, am 15.11.1908, weihte die hallesche Freimaurerloge „Friedrich zur Standhaftigkeit" ihr Logenhaus in der heutigen Heinrich-und-Thomas- Mann-Str. 26 ein.
Am 1.4.1935 verkaufte sie ihr Grundstück wegen des bevorstehenden Verbotes der Freimaurerei in Deutschland durch die Nationalsozialisten für einen Bruchteil des Verkehrswertes an die hallesche Universität.

Ursprünglich hatte sich der Medizinprofessor und Stadtverordnete Ernst Kohlschütter 1876 die Villa nach den Entwürfen von Prof. Streitberg bauen lassen. Nachdem Ersterer 1905 gestorben war, erwarb am 6.5.1906 die Loge das Grundstück von den Erben für 99.000 Mark.

Anfang 1908 fand die feierliche Grundsteinlegung für einen notwendigen repräsentativen Anbau statt, der im Erdgeschoss einen Arbeitssaal und darüber einen Festsaal enthielt. 1912 folgte schließlich in deren Flucht ein weiterer Anbau für einen kleinen, ebenerdigen Saal.

Ältere Hallenser erinnern sich noch an die beiden Sphinxen (s. Foto von 1908), die auf den beiden Treppenwangen vor dem Haus bis zu dem Verkauf aufgestellt waren.

Die Universität hatte es wegen mangelnder Räumlichkeiten mit dem Umbau besonders eilig.
Ein im Stadtarchiv befindliches Schreiben vom 15.4.1935 an die Baubehörde besagt, dass trotz Fehlens der Bauzeichnungen und der erforderlichen Genehmigung bereits vorher mit den Bauarbeiten begonnen wurde.

Im Untergeschoss hielt damals die geografische Fakultät und im Obergeschoss die Musikwissenschaft Einzug.

Heute noch befindet sich im Hörsaal das von 1935 stammende Orgelpositiv.

Obwohl nach 1990 wieder rückübertragen, nutzt heute noch die Universität weiterhin als Mieter den größten Teil des Gebäudes, den früheren unteren Saal als Bibliothek und den darüber liegenden als Hörsaal.
Bis 2005 war hier das Geografische Institut beheimatet, worauf nach kurzer Unterbrechung schließlich das Institut für Indologie und Südasienwissenschaften einzog.

Während die Loge vor ihrer Auflösung über 200 Mitglieder besaß, umfasst der heutige Mitgliederbestand der 1993 reaktivierten Loge davon nur noch einen Bruchteil, für den - unabhängig von den heutigen finanziellen Möglichkeiten - das Logenhaus ohnehin zu groß wäre.


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