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Jochen Fahrenkrug Thema: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit In der Presse, in Vorträgen und Schriften, in öffentlichen und privaten Diskussionen erlangte ein Wort Geltung, das sich leicht verwenden, doch nur schwer erklären lässt. -- Ich meine den Begriff "Freiheit". Da war von persönlicher Freiheit, von der Freiheit der Staaten, von Unfreiheit, schrankenloser und manipulierter Freiheit die Rede. Wir beobachten, daß Menschen auch heute noch ihrer Freiheit beraubt, aus ihrer Heimat vertrieben oder unterdrückt werden. Freiheit wird von manchen unserer Zeitgenossen wie ein Konsumgut benutzt, von mobilen Menschen gedankenlos verbraucht, immer auf der Suche nach einem neuen Lebensglück, rast – und ziellos. Gleich mehrfach erfahren wir damit ein Wort in sehr unterschiedlicher Ausprägung . Wie hat sich jedoch der Begriff "Freiheit" entwickelt, welchen Stellenwert nimmt er innerhalb bestehender Systeme und Wertordnungen ein und vor allem -- welche Bedeutung hat Freiheit heute für jeden Einzelnen von uns ? Eine erste vorsichtige Antwort möchte ich gleich an dieser Stelle vorausschicken. Nach meinen Feststellungen gibt es bis in unsere Gegenwart hinein keine allgemeingültige und objektive Begriffsdefinition über Freiheit. Zu unterschiedlich waren und sind die Auffassungen der Religionen , der Staaten, philosophischen Strömungen, der Literatur- und Politikwissenschaften. Mir bleibt daher nur die Möglichkeit, dem Geheimnis dieses Begriffes durch die Beschäftigung mit mehreren Wissensgebieten auf die Spur zu kommen. Der Begriff "Freiheit" hatte z.B. in der Philosophie ursprünglich überhaupt keine Bedeutung. Griechen und Römer erlebten Freiheit, wenngleich die jeweilige Grunderfahrung verschieden geartet war. Für das Denken dieser Völker war Freiheit kein thematischer Bestandteil und dementsprechend terminologisch auch nicht fassbar. Eine Änderung trat ein mit der Entwicklung von Begriffen wie "Unrecht", "Rechenschaftgeben" und "Sühneleisten". Diese Art menschlichen Handelns wurde als freiwilliges und damit freiheitliches Handeln verstanden. Daraus folgt, dass der Begriff Freiheit zunächst in einem stark sinnverwandten Zusammenhang mit anderen Wörtern wie z. B. "Recht", "Unrecht" und "Sühne" betrachtet wurde. Mit dem Philosophen Homer wird dann erstmalig der freie Mann gesehen," der einem Volk angehört, auf seiner Vaterlandserde mit Ebenbürtigen unter niemandes Herrschaft lebt". Das Gegenstück zu diesem freien Mann bildete der Kriegsgefangene. Er hatte als Knecht in der Fremde lebend seinem Feind und Herrn zu dienen. Nahezu gleichzeitig entwickelte Homer die Idee von der individuellen Freiheit. Sie wurde von ihm als Ausdruck für die Verfassung eines jeden Menschen verstanden, der "ohne Behinderung durch eine äussere Gewalt aus dem Antrieb der eigenen Natur heraus tätig wird". Platon bleibt es vorbehalten, den Begriff "Freiheit" erstmalig politisch auszulegen. In seinem grössten und auch wohl bekanntesten Werk "Der Staat" zeigt er Möglichkeiten und Grenzen des einzelnen Menschen innerhalb der Gemeinschaft, aber auch gegenüber dem Staat als Institution auf. Die exakte Analyse der bestehenden Verhältnisse und seine Überlegungen zur Entwicklung des demokratischen Staatsgebildes lassen gleichzeitig eine stark prophetische Veranlagung erkennen, wenn man die von ihm vor mehr als 2.500 Jahren formulierten Fragestellungen an unserer Gegenwart misst.Deutlich wird dies an folgenden Passagen ": Die Leute sind frei und die ganze Stadt hallt wider von Freiheit und unbeschränkter Meinungsäusserung. Jeder darf hier tun was er will. Keiner ist gezwungen, am Regiment teilzunehmen in einem solchen Staat, auch wenn er noch so geschickt dazu wäre. Keiner ist zum Gehorsam verpflichtet. Jeder kann Krieg führen, wenn er Lust dazu hat oder den Frieden halten. Ist die Demokratie nicht eine vergnügliche Verfassung, so ganz ohne Regierung ? Und Platon fragt
sehr ernst: Und wieder fragt Platon: " Löst sich die Demokratie nicht auf durch die Unersättlichkeit des höchsten Gutes, der Freiheit ? Scheint es nicht so, dass die auf die Spitze getriebene Freiheit für den Bürger wie für den Staat umschlägt und in die Knechtschaft durch den Einzelnen mündet ? " ______________________ In frühchristlicher Zeit wird das Denken über Freiheit dann bestimmt durch die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen philosophischen Traditionen des Griechentums und dem Freiheitsverständnis, das sich in den biblischen Schriften und der Verkündung der Urkirche manifestiert. Das Alte Testament kennt nur die Befreiung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft durch die schützende Tat Gottes . Freiheit wird hier nicht als Attribut des göttlichen Seins, sondern als geschichtsmächtige Tat verstanden. Von der Freiheit des einzelnen Menschen ist an keiner Stelle thematisch die Rede. Allerdings setzt der Gebotscharakter eines Teils der alttestamentlichen Schriften die Erfahrung der Freiheit als Entscheidungsfreiheit voraus , z.B bei Sünde und Strafe , Umkehr, Reue und Gehorsam. Das Neue Testament nimmt dieses Freiheitsverständnis später auf. Die Befreiungstat Gottes vollendet sich danach in der Befreiung des Menschen durch Jesus , der mit seinem Tod alle menschlichen Sünden auf sich nahm. Die Diskussion um den Freiheitsbegriff wird im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts beherrscht durch das theologische Interesse am Problem der Willensfreiheit. Freiheit wird in dieser Zeit verstanden als freie Handlung Gottes und desjenigen, der aus reiner Liebe zur Gerechtigkeit tätig wird. Der Grad der spezifisch menschlichen Freiheit entspricht dabei dem Grad der Intellektualität. Die Wandlung von der Freiheit des Wollens zur Handlungsfreiheit vollzieht sich im 17. und 18. Jahrhundert. Nach Platons Zeit tritt damit erstmalig wieder der politische Freiheitsbegriff in den Mittelpunkt des Interesses, und zwar nicht als republikanischer, sondern als individuell natürlicher. Einige Aussagen mögen dies belegen. Ein Mensch ist danach um so freier, auf je mehr " Bahnen " er sich bewegen kann. Und: Die Freiheit des Bürgers und des Sklaven ist nur graduell zu unterscheiden. Weder ist jener Bürger ganz frei, noch dieser Sklave ganz unfrei. Nach Auffassung des Philosophen Spinoza ist nur Gott wirklich frei . Der Mensch aber ist unfrei, weil er als ein Stück Natur von undurchschauten, von aussen einwirkenden Triebkräften beeinflusst wird. Er kann sich allerdings durch die Gottesliebe, d. h. durch die Identifikation mit Gott, befreien. Die Freiheit zur Glaubensausübung wird damit zur unerläßlichen Voraussetzung für viele Menschen .Damit diese Freiheit allerdings Allgemeingut werden kann, bedarf es nach Auffassung Spinozas der uneingeschränkten Glaubens- und Denkfreiheit im politischen Raum. Die in der antiken Polis zu beobachtende relativ schrankenlose Freiheit setzt bei dem französischen Philosophen Rousseau konsequenterweise einen Freiheitsverzicht des einzelnen Menschen zugunsten aller voraus. Die Entstehung des demokratischen Staates beruht dabei nach seinen Vorstellungen auf einem Vertrag zwischen dem Volk und dem Herrscher als dem vom Volk Beauftragten. Der Philosoph und Freimaurer Voltaire setzt andere Akzente . Er fordert die Meinungsfreiheit und verteidigt sie gegenüber seinen Kritikern mit den Worten : "Ihre Meinung ist das genaue Gegenteil der meinigen – aber ich werde mein Leben daransetzen , daß sie sie sagen dürfen." _____________________ Immanuel Kant nutzte die ihm gegebene Lehrfreiheit unter Friedrich dem Grossen dazu, sich in zahlreichen Schriften und Werken zu Fragen der Naturwissenschaften, der religion, der Anthropologie, der Rechts- und der Staatslehre zu äußern. In seinem 1788 erschienenen Werk von der "Kritik der praktischen Vernunft" entwirft er ein allgemeines Sittengesetz. Seine auf Allgemeingültigkeit angelegte ethische Forderung lautet: "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte". Dieser kategorische
Imperativ gibt jedem Menschen die Möglichkeit, auf die Stimme
seines Gewissens zu achten. Denn wenn ich schwanke, sagt Kant, ob ich
einem anderen den begehrten Gegenstand wegnehmen soll, so brauche ich
mich nur zu fragen: Wenn es mir in einer bestimmten Lage schwer fällt, die Wahrheit zu sagen, so brauche ich mich nur zu fragen:- Kann ich wollen, dass alle Menschen das Lügen zu ihrem Prinzip machen ? Wenn ich zweifle,
ob ich Barmherzigkeit und Nächstenliebe gegenüber meinen Mitmenschen
zur Anwendung bringe, so brauche ich mich nur zu fragen: Dieses von Kant aufgestellte Sittengesetz zeichnet sich mithin durch den Gebotscharakter aus. Das Vorhandensein eines solchen Imperativs in uns ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn wir auch die Möglichkeiten haben, ihm Genüge zu tun. Der Schlüssel dafür liegt in der Freiheit des Willens, dem eigenen Gewissen zu gehorchen. So können wir eine verwerfliche Tat oder eine unterlassene Hilfeleistung im Nachhinein zwar für notwendig erklären und verteidigen. Der Ankläger in uns, unser Gewissen, wird dadurch jedoch nicht zum Verstummen gebracht. Es sagt uns, dass wir anders hätten handeln sollen . Die Reue stellt sich ein und legt uns die Prüfung auf, aus freier Willensentscheidung wiedergutzumachen und zukünftige Handlungen danach einzurichten. _____________________ Dieser stark geraffte Überblick über Jahrtausende philosophischer Betrachtungen des Begriffs Freiheit stellt selbstverständlich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem gesamten freiheitlichen Gedankengebäude dar. Die Auffassungen zahlreicher Philosophen wie z. B. Descartes, Hegel und Schopenhauer oder die Existenzialisten Marx, Sartre und Karl Jaspers, um nur einige zu nennen, bleiben im Rahmen dieses Vortrages aus zeitlichen Gründen unberücksichtigt. Doch bereits nach diesen ersten Ausführungen wird deutlich, dass es in der begriffsgeschichtlichen Darstellung meines Themas zu keiner Zeit einheitliche Auffassungen von Freiheit gab. Festzuhalten bleibt hiernach - um ein erstes Fazit zu ziehen - die Vorstellung von der Freiheit Gottes, der äusseren Freiheit des Menschen gegenüber der Fremdherrschaft sowie einer inneren Freiheit des Individuums, für die als Beispiele die Denkfreiheit sowie die Willens- und Handlungsfreiheit gelten können. Soweit zu den philosophischen Betrachtungen. _____________________ Die Geschichte als gelebte und überlieferte Politik gibt uns weitere Beispiele im Ringen um die innere und äussere Freiheit des Menschen. Jedes Jahr pilgern Tausende von israelischen Jungen und Mädchen zum Toten Meer und klettern auf steilem Pfad hinauf zur Felsplatte von Mazadah. Sie gedenken dann der 960 Männer, Frauen und Kinder, die dort vor rund 2000 Jahren ihr Leben gaben für die Gewissensfreiheit. Die tragische Geschichte beginnt im Jahre 67 n. Chr. Damals beherrschten die Römer ganz Palästina. Die Juden in Jerusalem und im ganzen Land leisteten Widerstand und wollten auch Mazadah zurückerobern, weil dort ein grosses Waffenlager versteckt war. Dies gelang ihnen auch, aber um welchen Preis? Die Römer schlugen unerbittlich zurück, zerstörten Jerusalem und schlossen 960 Menschen in der Felsenfestung ein. Rund um den Felsen wurde ein Belagerungswall aufgebaut mit 8 befestigten Lagern. Mehrere Jahre dauerte die Belagerung und schliesslich arbeitete die Zeit für die Römer, die mit 8000 Mann immer wieder angriffen, Die Gesundheit der Verteidiger litt so stark, dass der Tag der Entscheidung kommen musste. Sie wussten, dass sie nach Rom gebracht und als Sklaven verkauft werden sollten, wenn sie sich ergaben. Die Aufgabe der Freiheit war für sie schlimmer als der Tod. Ihr Befehlshaber Eleazar war es dann, der in einer letzten Rede u.a. ausführte: "Ich halte es für eine besondere Gnade Gottes, dass er uns in den Stand setzt, ehrenvoll als freie Leute unterzugehen". Sie versammelten sich im Hof der Festung und gelobten zu sterben. Einer gab dem anderen in einer letzten freien Willensentscheidung den Tod. ____________________ Wenn wir 1.600 Jahre überspringen, so begegnen wir in der historischen Betrachtung dem Philosophen und englischen Politiker John Locke, der – ähnlich wie bei Rousseau - in seiner Staatstheorie die Bindung des Herrschers an das Gesetz fordert, weil nur dadurch die natürlichen Menschenrechte wie Leben, Freiheit und Eigentum der Bürger gesichert werden können. Der englische Nationalökonom Adam Smith entwickelt nahezu gleichzeitig die Lehre von der freien Wirtschaft. Das reibungslose Funktionieren der Marktwirtschaft ist nach Smith nur dann gegeben, wenn sich der Staat sämtlicher Eingriffe in die Wirtschaft enthält und alle Menschen vom Selbstinteresse geleitet werden. _____________________ Diese und andere Gedanken der europäischen Aufklärung wurden in den 13 englischen Kolonien in Nordamerika begierig aufgegriffen. Der Freiheitssinn in Form der Selbstverwaltung und die demokratischen Anschauungen von der Volkssouveränität führten 1763 zu ersten Selbständigkeitsbestrebungen und schließlich zur Lösung vom Mutterland England. Am 4. Juli 1776 erfolgte die Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. 53 der 56 Unterzeichner dieser Erklärung waren Freimaurer ! Die Erklärung der Menschenrechte stellt im wesentlichen ab auf Freiheit und Gleichheit aller Menschen im Sinne des Naturrechts. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg unter Führung des späteren Präsidenten und Freimaurers Georg Washington, die Anerkennung der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika und die 1789 verabschiedete demokratische Verfassung der USA sollten nicht ohne Rückwirkung auf Europa bleiben. Die französische Revolution liefert uns mit den bekannten Begriffen - Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit – dafür das Beispiel. Am 26. August 1789 erfolgte in Frankreich die Erklärung der Menschenrechte nach amerikanischem Vorbild. Sie wurde von dem Politiker und Freimaurer Lafayette verfaßt , der in Amerika mitgekämpft hatte. Der Mensch wird fortan in seiner individuellen Eigengesetzlichkeit und ursprünglichen Freiheit gesehen. Danach war er von nun an zu behandeln, daraus ergab sich das neue Verhältnis Mensch zu Mensch, aber auch des Menschen zum Staat. _____________________ Diese Gedanken
verbreiteten sich sehr rasch über Europa und befruchteten die
Geisteshaltung der Menschen. Die Sehnsucht nach Freiheit und Einheit
wird vor Die Sehnsucht nach Freiheit und Einheit: "Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern" und nach Gedankenfreiheit des Marquis Posa wird immer hörbarer. Der Freimaurer Lessing schreibt das dramatische Gedicht Nathan der Weise und fordert auf zur menschlichen Toleranz. Überlieferte künstlerische Formen werden mit dem "Götz von Berlichingen" gesprengt, ein Werk des Freimaurers Johann Wolfgang von Goethe. Im staatlichen Bereich wächst der Druck in Richtung Freiheit ebenfalls. Friedrich der II. von Preußen – auch Friedrich der Große genannt - formt sein Staatsgebiet zum ersten Rechtsstaat in der modernen Geschichte, indem er Folter und Gottesurteile als Mittel zur Wahrheitsfindung abschafft. Durch die Einführung von Glaubens – und Gewissensfreiheit trägt er wesentlich zum Toleranzgedanken bei. Er sorgt mit seiner " Ausländerpolitik" dafür, daß französische Glaubensflüchtlinge – die Hugenotten – in Preußen eine neue Heimat finden. Katholiken sind ebenso willkommen wie Protestanten , Polen und Deutsche. Friedrich der II. wörtlich:" Und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land besiedeln, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen. Ein jeder kann bei mir glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist ." Soweit der Freimaurer Friedrich der II. von Preußen . - Der Reformprozeß kam in Preußen insgesamt jedoch nur schleppend voran. Nach dem Tode Friedrich des Großen beginnen in Preussen freiheitliche Kräfte, sich gegen das politische System aufzurichten. Unter der Führung des Staatsmannes und Freimaurers vom Stein wurden Reformen eingeleitet, die die Bauernbefreiung zum Ziel hatten und die Städteordnung auf eine neue politische und soziale Grundlage stellen sollten. Sein Werk blieb jedoch unvollendet, da er Ende 1808 auf Druck Napoleons entlassen werden musste. Er scheiterte schliesslich auch als Berater des russischen Zaren Alexander mit seinen Plänen über die Schaffung einer zugleich freiheitlichen und einheitlichen Staats-Ordnung. __________________ Nicht viel besser erging es dem deutschen Dichter Heinrich Heine . Prof. Dr. Hubert Wolf, Kirchenhistoriker der Goethe-Universität in Frankfurt, berichtete kürzlich in einem Presseartikel ("Welt am Sonntag" vom 25. Juni 2000) über bisher geheimgehaltene Akten des Vatikan, die sich intensiv mit drei Werken von Heinrich Heine befassen. Die Heine – Bücher wurden 1836 auf Veranlassung von Papst Gregor XVI. auf die Index – Liste für verbotene Literatur -Werke gesetzt. Wer mag Heine in Rom angeschwärzt haben ? Eine wichtige Spur führt nach Wien. Die Vatikan-Akten belegen, dass der österreichische Staatskanzler Metternich als Initiator dieser Intrige angesehen werden darf. Papst Gregor und Fürst Metternich fürchteten nämlich die französische Revolution mit ihren Kampfbegriffen und Folgen wie der Teufel das Weihwasser. Alles, was wie Heines Werke auch nur im entferntesten an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit erinnerte, musste unterbunden und verboten werden. Die Bücherverbotsliste wurde vom Vatikan regelmässig aktualisiert. Erst im Jahre 1967 hob Papst Paul VI. die seit 400 Jahren praktizierte römische Bücherzensur wieder auf , Heines Bücher wurden freigegeben. Auch in Hamburg erfolgte eine Revision und Wiedergutmachung. Das von den Nazis im Krieg eingeschmolzene Denkmal des jüdischen Dichters Heine wurde 1982 in Hamburg am Rathausmarkt wieder neu errichtet (Welt am Sonntag vom 3.9.2000). ______________________ 2500 Jahre Freiheitsgeschichte und Freiheitskampf liegen hinter uns. Wenden wir uns jetzt der Gegenwart zu. Am 23. Mai 1949 tritt das "Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland" in Kraft. Dreiviertel aller Deutschen waren damit in einer freiheitlichen und rechtsstaatlichen Demokratie angekommen. Mit dem Staats- und Verfassungsrecht eröffnet sich uns ein weiterer, jetzt allerdings institutionalisierter Bereich auf dem Wege zur Erforschung der Freiheit. Dabei möchte ich es mir versagen, in eine vergleichende Betrachtung und Bewertung der Verfassungen und Ordnungssysteme mit anderen Staaten einzutreten. Dies wäre allein ein Thema für sich. Uns allen ist immerhin bewusst, dass in vielen Regionen unserer Erde auch heute noch Menschen in Gefängnissen gefangengehalten , gefoltert und getötet werden, weil sie z. B. von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch machen oder aber nicht bereit sind, ihrem Glauben oder ihrer politischen Überzeugung abzuschwören. Staaten des Ostblocks garantierten in den Zeiten des eisernen Vorhanges zwar verfassungs- mässig das Recht auf Freizügigkeit innerhalb ihres Territoriums, griffen aber zur physischen Gewalt für den Fall, dass jemand das Staatsgebiet ohne Erlaubnis verlassen wollte. Unbequeme Menschen mit eigener Meinung , insbesondere aus den intellektuellen Schichten, wurden gegen ihren Willen ausgebürgert, so z. B. der Sänger Wolf Biermann, ehemaliger Bürger der DDR . – 60 Kilometer von Hamburg entfernt auf dem Priwall - gegenüber von Travemünde - verlief die Zonengrenze und sperrte 1/4 aller Deutschen ein. An dieser innerdeutschen Grenze wurden Deutsche erschossen – am 17. August 1962 der 18-jährige Peter Fechter in Berlin - weil sie in den Westen und in die Freiheit flüchten wollten .- Wolf Biermann gab für diese Menschen am 4. Oktober 2000 im Hamburger Michel einen Liederabend. Er trug den treffenden Titel " Ich träumte immer nur von Freiheit". _____________________ Wie ist es nun um die Freiheit in der Bundesrepublik Deutschland bestellt? Wenn wir den formalen Ansatz betrachten, so hat unsere Rechtsordnung zwei übergeordnete Bereiche zu beachten. Da sind zunächst die Regeln der Sittengesetze. Der Philosoph Kant hat uns mit seinem kategorischen Imperativ einen ersten Anhaltspunkt geliefert. Aber auch die christliche Morallehre stellt mit dem Grundsatz "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ein Gebot auf, dem sich der einzelne aufgrund seines Gewissens verpflichtet fühlen soll. Ganz anders stellt sich das Verhältnis des Staates zu den Sittengesetzen dar. Die staatliche Rechtsordnung darf zu diesen sittlichen Verpflichtungen keineswegs im Widerspruch stehen. So könnte ein Gesetz, das gegen die anerkannten Gebote der Sittengesetze verstösst, in unserem Staat durchaus verfassungswidrig sein. Die Rechtsordnung der Bundesrepublik hat ausserdem die unabänderlichen Regeln des Naturrechts zu beachten und z. B. den Schutz der Menschenwürde, die Religionsfreiheit sowie die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit zu garantieren. Diese Regeln im Verhältnis des Bürgers zu seinem Staat werden geschützt durch die "Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten", die vor 5o Jahren in Rom beschlossen wurde . Sie wird heute von 41 Mitgliedern des Europarates anerkannt und führt dann zu Klagen einzelner Bürger vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg , wenn diese sich in ihren Grundrechten verletzt fühlen. Italiener gelten als am klagefreudigsten, aber auch türkische Bürger haben ihren Staat 1999 in 112 Verfahren wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Artikel 12a des deutschen Grundgesetzes bestimmt, daß " Frauen auf keinen Fall Dienst mit der Waffe leisten dürfen ." Eine junge Deutsche klagte 1999 in Straßburg gegen das Soldatengesetz der Bundesrepublik Deutschland und verwies auf den Gleichheitsgrundsatz Art. 3 des Grundgesetzes , der eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern vorsieht. Danach müsse es auch Frauen gestattet sein, Dienst mit der Waffe zu verrichten. Sie obsiegte in diesem Rechtsstreit . Bundestag und Bundesrat haben daraufhin mit 2 / 3 – Mehrheit eine Grundgesetz- änderung beschlossen und das Soldatengesetz angepaßt. 1500 junge Frauen bewarben sich anschließend bei der Bundeswehr als Soldatin auf Zeit, 244 von ihnen haben ihren Dienst mit der Waffe inzwischen angetreten. _____________________ Zu den tragenden Prinzipien der staatlichen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland gehört die Achtung der Würde des Menschen, das Recht auf Leben und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. So haben es die Väter unseres Grundgesetzes 1949 beschlossen , so wurde es 1990 nach der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten auch durch die neuen deutschen Bundesländer angenommen und beschlossen . In der neu gefaßten Präambel des Grundgesetzes heißt es nunmehr : " Die Deutschen in den Ländern ( es folgt eine Aufzählung) haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet ." 150 Jahre Freiheitskampf haben damit auch für uns Deutsche einen vorläufigen Abschluß gefunden . Ich erinnere an :- Reformen in Preußen ; die Weimarer Republik mit dem erkämpften Wahlrecht für Frauen ; der Widerstand gegen Hitler im Kampf um Freiheit ; zwei Weltkriege und zwei Diktaturen in Deutschland ; Besatzungszonen ; Berlin - Blockade und Versorgung aus der Luft durch US-Maschinen ; schließlich die Wiedervereinigung der deutschen Teilstaaten. Wenden wir uns nun dem Zentrum des Freiheitsbegriffes zu, der freien Entfaltung der Persönlichkeit , wie er in Artikel 2 unseres Grundgesetzes als Hauptfreiheitsrecht postuliert wurde. Artikel 2 – Allgemeines Persönlichkeitsrecht
Es folgen in den nächsten Artikeln unseres Grundgesetzes weitere Teilfreiheitsrechte wie z . B . die Meinungsfreiheit, Freiheit der Kunst und Wissenschaft , die Versammlungsfreiheit , die Freiheit des Glaubens, der Berufswahl, die Gewissens und - Pressefreiheit. Die Presse wird auf Grund ihrer unabhängigen Position in unserem Staat – nach dem Parlament , der Regierung und der Justiz – gern auch als vierte Gewalt bezeichnet. Sie nimmt in demokratischen und rechtsstaatlichen Republiken eine wichtige Funktion wahr, z.B. als unabhängige Kontrollinstanz gegenüber der Politik, wenn es um die rückhaltlose Aufklärung von politischen Skandalen oder Fehlern geht . Ich erinnere an die Watergate – Affaire in Amerika, die BSE-Problematik in Europa und den Parteispenden-Skandal in Deutschland. Die Presse ist uns ein wichtiger Transporteur von Informationen. Sie bemüht sich um objektive Berichterstattung und sachorientierte Meinungsbildung gegenüber der Bevölkerung. Und Sie handelt verantwortungsvoll, wenn sie ihre Berichterstattung auf Wunsch staatlicher Organe auf ein Minimum beschränkt, um das Leben von Menschen nicht zu gefährden. Ich erinnere an die Geiselnahme Hans Martin Schleyer oder die Entführung von Jan Philipp Reemtsma in Hamburg. Die Unabhängigkeit und Freiheit unserer Presse gilt es deshalb notfalls zu verteidigen, wie dies Anfang der 60 er Jahre in der sog. "Spiegel " – Affaire geschah .-- 62 Reporter und Journalisten weltweit zahlten im Jahre 2000 einen hohen Preis für diese Pressefreiheit. Sie verloren ihr Leben bei ihrer Berufsausübung. ________________ Die Bundesrepublik Deutschland ist nach der Grundentscheidung in Artikel 20 ein Sozialstaat. Die Freiheit des Menschen von Zwang und Armut zählt daher ebenfalls zu den Freiheitsrechten des Menschen in Deutschland. Artikel 19 ermächtigt den Gesetzgeber nun, einzelne Grundrechte durch Gesetz einzuschränken , wie dies bei Beamten und Wehrpflichtigen im Hinblick auf ihre Freizügigkeit und Bestimmung des Wohnortes geschieht . In ihrem Wesensgehalt dürfen Grundrechte jedoch keineswegs angetastet werden dürfen. ___________________ Die freie Entfaltung des Menschen hat nach unserem Grundgesetz stets in Richtung der Ziele und Zwecke zu erfolgen, die der einzelne Mensch sich selbst setzt. Und so unterschiedlich wie Menschen in Geist, Gemüt, Erziehung und Temperament nun einmal sind, so unterschiedlich und vielfältig sind selbstverständlich auch die individuellen Ziel- und Zwecksetzungen der Menschen. Da gibt es jene, die den Sinn ihres Lebens vor allem darin sehen, sich möglichst weitgehend auf sich selbst zurückzuziehen. Sie lehnen jegliche soziale Verpflichtung, überhaupt jede Aktivität in der Gesellschaft ab. Und diese Einstellung ist leider kein ausschliesslich theoretischer Gedanke, sondern zur Realität geworden durch das tatsächliche Verhalten vieler Menschen in allen sozialen Schichten unseres Volkes. Mancher unter uns erinnert sich sicherlich noch an die Zeiten der sog. "Null–Bock–Generation". Hier wurde die von der Gesellschaft und der verfassungsmässigen Ordnung zurecht geforderte und dem einzelnen Menschen gewährte Chance, sich gegenüber dem Mitmenschen und der Gesellschaft zu verwirklichen, von diesen nicht nur nicht ergriffen, sondern bewusst abgelehnt. Andere wiederum stecken den Freiheitsraum für ihre Selbstverwirklichung in einem bedenklichen Umfange ab, so dass zwangsläufig der Freiheitsraum des Mit- Menschen und damit dessen Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung eingeengt werden . An dieser Stelle wird erstmalig das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit von Menschen deutlich . Zum besseren Verständnis will ich deshalb zunächst auf den Begriff Gleichheit eingehen , wie er in unserem Grundgesetz niedergeschrieben wurde . Artikel 3 - Gleichheit vor dem Gesetz
Kehren wir zum Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit zurück. Wenn man die individuelle Freiheit des einzelnen Menschen radikal zu Ende denkt , so führt dies zu unerträglichen Ungleichheiten gegenüber anderen . – Wenn man die Gleichheit wiederum im Sinne einer unterschiedslosen Gleichmacherei versteht , so ist es aus mit der Freiheit des Individiums , seine Persönlichkeit frei entfalten zu können. Es ist eben schlicht ein Denkfehler , anzunehmen, man könnte alle Ungleichheiten in einer Gesellschaft einebnen, die durch Intelligenz, Leistungswillen, Konsumverzicht, Fleiß etc. entstanden sind . Unsere Verfassung soll Startchancengleichheit , nicht aber Erfolgsgleichheit versprechen oder erzwingen. Die Vorstellung von der Gleichgewichtigkeit von Freiheit und Gleichheit ist deshalb irrational . Das Grundgesetz ist zwar um eine gewisse Annäherung und um den ständigen Ausgleich dieser beiden Grundrechte bemüht, legt den Akzent jedoch eindeutig auf das Grundrecht Freiheit . Diese Freiheit in unserer Rechtsordnung garantiert allen Menschen gleichermaßen das Recht z. B. auf freie Berufswahl und freie Wahlen . Der Freiheit des Menschen sind gleichwohl zwei Grenzen gesetzt . Das Selbstverwirklichungsrecht ist nach "unten", d. h. in Richtung auf ein Minimum des eigenen Freiheitsgebrauchs notwendigerweise zu begrenzen durch die Solidaritätsverpflichtung des einzelnen gegenüber dem Mitmenschen und der Gemeinschaft. Das Freiheitsrecht darf deshalb nicht einfach passiv hingenommen , sondern muss nach dem Willen des Grundgesetzes aktiv im Hinblick auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Gesellschaft wahrgenommen werden. – Einzelne Landesverfassungen enthalten ähnliche Postulate , so z.B. die Hamburgische Verfassung vom 6. Juni 1952. Dort heißt es : " Jedermann hat die sittliche Pflicht , für das Wohl des Ganzen zu wirken . " Das Selbstverwirklichungsrecht wird anderseits nach "oben", d. h. in Richtung optimaler Ausnutzung, begrenzt durch die Freiheit und Gleichheit des anderen Menschen. Die freie Entfaltung des Menschen kann deshalb nur so lange legitim sein, als sie das Recht des anderen Menschen auf dessen freie Entfaltung und die Verwirklichung des Gemeinwohls der Gesellschaft nicht beeinträchtigt. Freiheit in diesem Sinne darf deshalb niemals als absolute Freiheit - weder im negativen noch im positiven Sinne - missverstanden werden. Die Freiheit zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit trägt nach dem Geist und Inhalt unserer Verfassung eine humanitäre Verpflichtung in sich. Sie gehört deshalb nicht nur zu den Rechten, sondern zu den obersten Forderungen an die einzelnen Menschen und an das Ordnungsgefüge Staat, in dem wir leben. Freiheit als humanitäre Aufgabe verstanden streicht mithin die Vokabel " Freiheit von " und setzt stattdessen " Freiheit für " , nämlich für den Menschen und eine Gesellschaft , in der es sich zu leben lohnt. Gelingt uns dies, so erhielte der Begriff Freiheit einen Rang zugewiesen, den Immanuel Kant sinngemäß einmal wie folgt formulierte : " Ein edler Mensch , der für sein Vaterland , ein edlerer , der um die Freiheit – doch der edelste , der für Menschlichkeit kämpft ." ____________________ Freiheit , Gleichheit , Brüderlichkeit - uns allen sind diese Worte aus der französischen Revolution bekannt. Die geistigen Wurzeln dieser ehemaligen Kampfbegriffe liegen jedoch in Amerika – im Freiheitskampf der 13 Kolonien und der Lösung vom Mutterland England, in der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 und in der Abschaffung der Sklaverei . – Der Pariser Bildhauer Bartholdi bedankte sich bei den Amerikanern auf seine Weise. Er schuf 1885 die uns allen bekannte Freiheitsstatue in New York und machte sie den Amerikanern zum Geschenk. Der 200 Jahre währende Kampf in Amerika um Freiheit und Gleichheit von Menschen fand seinen sichtbaren Ausdruck außerdem in dem Prediger Martin Luther King und seiner Bürgerrechtsbewegung. Den älteren Menschen unter uns bleibt in Erinnerung , wie dieser Mann auf den Stufen des Lincoln – Memorials in Washington seine Forderungen nach rechtlicher Gleichstellung aller Amerikaner mit der erwartungsvollen Vision verband : " I have a Dream . " - Wir alle erinnern uns aber auch , daß dieser Friedensnobelpreisträger Martin Luther King kurz darauf in Memphis / Tennessee ermordet wurde . Die Stimme für eine gewaltfreie Beendigung der Rassendiskriminierung in Amerika war erloschen – die Welt tief erschüttert. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. April 1968 zitiert den amerikanischen Präsidenten Johnson mit den Worten : " Martin Luther King wurde von der Gewalt getötet , gegen die er gepredigt und gearbeitet hat. Doch das Ziel , für das er gekämpft hat , ist nicht gefallen. Die Stimme , die nach Gerechtigkeit und Brüderlichkeit gerufen hat , wurde zum Schweigen gebracht, aber die Suche nach Freiheit wird fortgesetzt. " _______________________ Ist der weltweite Ruf nach Gerechtigkeit und freier Selbstbestimmung damit wirklich verstummt , endgültig zum Schweigen gebracht ? Hoffnung besteht , weil Menschen Zivilcourage immer häufiger als Notwendigkeit erkennen, als etwas Beglückendes empfinden. Bürger und Medien setzen Politik und Politiker weltweit immer stärker unter ethisch – moralischen Druck , zwingen sie immer machtvoller zu einer Betroffenheitspolitik und der Wiedergutmachung begangenen Unrechts. Drei Beispiele mögen meine Beobachtung stützen. Der Deutsche Bundestag hat kürzlich einen 10 Mrd. - Fond beschlossen, mit dem Staat und Wirtschaft Entschädigungsleistungen an Menschen zahlen sollen , die im Zweiten Weltkrieg in Deutschland - ihrer Freiheit beraubt - Zwangsarbeit verrichten mußten. Die Deutsche Wirtschaft muß zum Teil immer noch über die Öffentlichkeit sehr gedrängt werden, ihre eingegangene Verpflichtung von 5 Mrd. DM zu erfüllen . Auch Unternehmen in Hamburg , die Menschen zur Zwangsarbeit eingesetzt hatten, halten sich nach wie vor mit finanziellen Zusagen zurück . Die Aborigines in Australien haben ihr Land 40 000 Jahre bewohnt , in diesem Lebensraum ihre spezifischen Lebensformen entwickelt . Es waren kriminelle Strafgefangene und weiße Siedler, die ihnen das Land nahmen , sie vertrieben , sie über zwei Jahrhunderte auszurotten versuchten .Noch heute vegetieren viele Aborigines am Rande der großen Städte dahin – als Outlaws , Alkoholiker und Arbeitslose . – Auch förderte die weiße Regierung bis in die 70 er Jahre offiziell die Praxis der Zwangsadoption von Kindern der Aborigines. Diese Kinder wurden aus ihren angestammten Familien herausgerissen , in staatliche oder kirchliche Heime gesteckt , um die Nachkommen der Ureinwohner Australiens nach ihren weißen Vorstellungen " umzubilden " . Mehrere Hunderttausend Australier versammelten sich kürzlich in der Nähe von Sydney , um sich für das an den Aborigines begangene Unrecht öffentlich zu entschuldigen. Die 4oo m-Läuferin Cathy Freeman durfte als Aborigine die Olympischen Sommerspiele in Sydney eröffnen. Allein dem australischen Premierminister John Howard wollte das Wort "Verzeihung " nicht über die Lippen kommen , zu groß war offenbar die Angst um weiße Wählerstimmen , zu berechnend das politische Kalkül . Beispiel Amerika: Während die Deutschen nach Meinung der New York Times mit ihrem Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter institutionalisierte Reue zeigen, hat der vor 10 Jahren eingebrachte Gesetzentwurf zur Wiedergutmachung eines 250 jährigen Unrechts an Sklaven aus Afrika im US – Kongreß bisher keine Chance gehabt . Die Auffassung vieler Amerikaner spiegelt sich in dieser ablehnenden Haltung wider, die zwischen der Sklaverei und den Vereinigten Staaten von heute keinerlei ökonomische Verbindung sehen wollen. Inzwischen verstärkt sich jedoch der Wiedergutmachungsdruck , nachdem neue erschütternde Dokumente einer Versicherungsgesellschaft aus Hartford aufgetaucht sind . Sklavenhalter wurden seinerzeit von diesem Versicherungs- unternehmen " gegen den Verlust ihres menschlichen Viehs " versichert. Mit menschlichem Vieh waren Sklaven, waren Menschen gemeint! Doch nach wir vor lehnt die amerikanische Gesellschaft Zahlungen für den Horror des Sklavendaseins, für gelynchte und zu Tode geschundene schwarze Menschen aus Afrika ab, obwohl das Vermögen vieler Amerikaner in 250 Jahren auf eben dieser Sklavenbasis begründet wurde. _______________________ Kehren wir nach dieser Exkursion in Sachen Freiheitsberaubung und Wiedergutmachung für Menschen zu unserem Kern - Thema zurück . Ich habe in meinen bisherigen Ausführungen neben einer historischen Betrachtung den Versuch unternommen, die Begriffe Freiheit und Gleichheit auf unsere heutige Zeit zu übertragen. Dabei habe ich mich weitgehend an unserer Verfassung in der Bundesrepublik Deutschland orientiert, weil allein sie eine objektive Ausdeutung zulässt und verhindern soll , dass Grundwerte unserer Gesellschaft durch die Tagespolitik allzusehr verändert werden. Zunächst habe ich den Begriff Freiheit behandelt und festgestellt , dass wir zwischen der inneren und der äusseren Freiheit zu unterscheiden haben. Freiheit wird in unserem Staat zusammenfassend verstanden als das Recht zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Menschen sind nach unserem Verständnis frei geboren - sie sind insofern gleich. Die Gleichheit - sie begegnet uns im Grundsatz der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, in der unterschiedslosen Rechtsfähigkeit von Menschen , im Staatsbürgerschaftsrecht und im Bildungsbereich - diese Gleichheit verändert sich naturgemäss im Laufe eines Lebens. Der Staat darf dies nach unserer Verfassung grundsätzlich nicht behindern. Er muss für gleiche Startbedingungen Vorsorge treffen, die Zielverwirklichung jedoch dem Einzelnen überlassen. Der israelische Friedensnobelpreisträger Schimon Perez hat diesen Sachverhalt in einer Rede in Hamburg am 18. Oktober 2000 in die treffenden Worte gefaßt :" Alle Menschen haben die gleichen Rechte ; aber alle Menschen haben auch das gleiche Recht, verschieden zu sein !" Gleichheit ist nach unserer Verfassung auch kein Wert an sich. Gleichheit steht vielmehr in einer engen und dienenden Beziehung zur Freiheit. Wenn Sie an ein Gefangenenlager , ein Getto oder an Zwangsarbeit denken , so wird dies deutlich. Die Betroffenen sind in ihrem Schicksal alle gleich - weil alle unfrei -. Unsere Verfassung strebt aber keine Gleichheit in der Unfreiheit , in der Ungerechtigkeit an sondern soll sicherstellen , dass sich unsere Gleichheit in der Freiheit verwirklicht. ___________________ Im letzten Teil meines Vortrages widme ich mich nun dem Begriff Brüderlichkeit. Er fehlt - und dies mag uns überraschen - trotz französischer Revolution in der Verfassung Frankreichs. Dies mag an Rousseau gelegen haben, der alle Regelungen in der damaligen Zeit auf die Beziehungen des Menschen zum Staat reduzierte. In der Verfassung von Baden-Württemberg erscheint die "Brüderlichkeit aller Menschen" lediglich als Erziehungsziel. Artikel 86 der DDR-Verfassung verwies die Brüderlichkeit zwischen die Begriffe Gerechtigkeit , Gleichheit und Menschlichkeit , - dafür fehlte dort bekanntlich der Begriff "Freiheit". Der Text des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland kennt den Begriff Brüderlichkeit ebenfalls nicht. Insofern hat er Verfassungsrechtler kaum beschäftigt. Gleichwohl ist die Brüderlichkeit wohl anzusiedeln zwischen der Freiheit und Gleichheit. Setzt man nämlich Brüderlichkeit in Beziehung zur Freiheit , so mündet dieser Vorgang in die uralte Kainsfrage beim Brudermord: "Soll ich meines Bruders Hüter sein ?" - Setzt man Brüderlichkeit in Beziehung zur kollektivistischen Gleichheit , so ist die Morddrohung ähnlich: "Und willst Du nicht mein Bruder sein , so schlag´ ich Dir den Schädel ein !" _____________________ Es ist mithin die Frage zu beantworten, ob die Brüderlichkeit in den Begriffen Freiheit und Gleichheit aufgegangen und somit verfassungsrechtlich verloren gegangen ist . Textlich verlorengegangen sind in unserer Verfassung Begriffe wie Caritas, Nächstenliebe und Solidarität , aber eben auch die Brüderlichkeit selbst. Und dennoch ist die Brüderlichkeit Bestandteil unserer Verfassung, und zwar als Bindeglied oder Ausgleich zwischen dem Höchstmass an Individualismus - der extremen Form der Freiheit – und dem Kollektivismus - der extremen Gleichheit. Brüderlichkeit wird von Verfassungsrechtlern aber nicht als Harmonisierungsbegriff , sondern als ausgesprochener Kampfbegriff zur Abwehr inhumaner Systeme verstanden , die entweder die individualistische Freiheit oder kollektivistische Gleichheit zu Tode reiten wollen. Wie bei der Freiheit und der Gleichheit tauchen natürlich auch bei der Brüderlichkeit definitorische Probleme auf. Bei Freiheit und Gleichheit erfolgt die Lösung durch thematisch benannte Teilfreiheits - und Teilgleichheitsrechte. Der Grundrechts- ausgleich zwischen diesen beiden ist in unserer Verfassung weder benannt noch aufgeschlüsselt. Dennoch fällt die Brüderlichkeit , die diesen Ausgleich zwischen Freiheit und Gleichheit leisten soll , auch heute nicht bloß in den Bereich der Ethik und Gesinnung. So ist der Sozialstaatsbegriff in Artikel 2o unserer Verfassung durchaus ein Rechtsbegriff. Auch die viel zu wenig bekannte Europäische Sozialcharta von 1961 ist durchaus in der Lage , dem Begriff Brüderlichkeit Konturen zu verleihen, wie es dem Grundgesetz bei Freiheit und Gleichheit gelungen ist. Wer den Begriff Brüderlichkeit aber allein in der Sozialstaatsentscheidung sieht, der liegt nur teilweise richtig. Es geht hier im Gegensatz zur Auffassung von Rousseau nicht primär um das Verhältnis Bürger und Sozialstaat, mit Leistungsrechten gegen und Leistungspflichten für ihn, sondern vornehmlich um das Verhältnis der Bürger untereinander. -- So jedenfalls sieht es auch die Allgemeine UN-Erklärung über die Menschenrechte. Sie bestimmt in Artikel 1:" Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen". ______________________ Damit können wir die Brüderlichkeit definieren als Sozialpflichtigkeit der Mitbürger untereinander. Dies hat nun weder etwas zu tun mit der Konstruktion eines Menschen , der stets das Glück aller vor sein eigenes stellt und auch nichts mit dem Duzen , der Kumpanei , Kameraderie oder Komplizenschaft. Vor uns liegt vielmehr das ganze Bezugssystem der Sozialverträglichkeit. Dazu gehört etwa das Gewaltverbot gegen andere Personen oder Sachen. Dazu gehört die Einsicht in den Satz , dass Verträge zu halten sind – pacta sunt servanda - . Die Toleranz und die Einsicht in die spezifischen Interessen anderer werden ebenso unter Brüderlichkeit verstanden wie die Anerkennung und Befolgung von offenen und fairen Verfahren vor den Gerichten. Brüderlichkeit wird aber auch zu sehen sein in der Bereitschaft , andere Menschen anzuhören und ihnen zuzuhören. Worauf es ankommt , ist , dass die Menschen die Brüderlichkeit als goldene Regel , als Gegenseitigkeitsregel verstehen - und danach handeln ! Diese auf Gegenseitigkeit angelegte und befolgte Regel müsste unter vernunft-begabten Menschen eigentlich in der Lage sein, die grundgesetzliche Freiheit des Einzelnen von der Anmassung subjektiver Beliebigkeit herunter zu holen und die grundgesetzliche Gleichheit aus den Niederungen des blossen Neides emporzuheben. ____________________________ Die Sozialpflichtigkeit der Mitbürger untereinander soll sich also über die Sozialverträglichkeit hinaus zu einer Pflicht zum sozialen Beistand steigern. Auch mir ist bewusst , dass sich diese Einsicht rechtlich nicht erzwingen lässt. Worum es hier aber geht , ist die Bereitschaft zur Rücksichtnahme der Menschen untereinander, zum finanziellen Helfen oder personellen Dienen z. B. in Pflege- heimen , wo es Menschen zu betreuen gilt , die an der Grenze der Menschen- würde angekommen sind. Ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland warten auf eine Patenschaft , zahlreiche Heimkinder auf eine Adoption oder auch nur auf eine Einladung , um einmal der nicht frei gewählten Unterkunft entfliehen zu können. Die freiwillige Übernahme der Funktion eines Bewährungshelfers oder Schöffen, die tatkräftige Hilfe bei der Eingliederung von Ausländern oder die zeitweilige Befreiung älterer Menschen aus der unverschuldeten Isolation und viele Beispiele mehr eröffnen uns allen ein reiches Betätigungsfeld – auch wenn uns dies in der Hektik des Tages nicht immer leicht fällt. Wenn es uns allen aber mehr und mehr gelingt , Freiheit , Gleichheit und Brüderlichkeit in dem von mir vorgetragenen sozialverantwortlichen Sinne zu begreifen , dann können wir zu Recht behaupten , wir haben nicht nur den Text , sondern auch den Geist unserer Verfassung verstanden. _____________________ Haben wir es darüber hinaus aber auch verstanden , den hohen Wert dieser ehemaligen französischen Kampfbegriffe zu bewahren und umzusetzen in Handlungen ? In Handlungen insbesondere gegenüber unseren Mitmenschen , die eine andere Auffassung von den Dingen des Lebens haben , uns vielleicht sogar kritisch gegenüberstehen ? Generationen von Menschen vor uns haben für die Ideale von Freiheit und Gleichheit gelebt. Zahlreiche von ihnen haben unter dieser Haltung leiden müssen - oder gar ihr Leben dafür gegeben. Auch Freimaurer, die vor diesem Logenhause mit jüdischen Menschen zusammengetrieben und in Gefängnisse und Konzentrations-lager abtransportiert wurden. Dort fanden Männer verschiedenster beruflicher und sozialer Herkunft zu brüderlicher Gleichheit. Sie gründeten unter diesen unmenschlichen Bedingungen sogar einzelne Logen. An uns liegt es , ob die Opfer dieser Menschen umsonst gebracht wurden. Wir können entscheidend durch vorbildhaftes und couragiertes Auftreten im beruflichen Alltag, in der Öffentlichkeit oder auch im privaten Bereich mit dazu beitragen , dass unsere Freiheit unangetastet bleibt, daß die Gesellschaft und die Beziehungen der Menschen untereinander mitmenschlicher werden. Uns wird damit Selbstkontrolle gegenüber unseren eigenen Handlungen und Zivilcourage gegenüber Dritten abverlangt. Brennende Kerzen in den Fenstern allein sind nicht mehr ausreichend. Dazu zählt allerdings auch Toleranz gegenüber Menschen , die als Minderheit anders denken und ihr Leben in Deutschland so einrichten wollen , wie es ihnen durch die Verfassung garantiert wird - und von der Gesellschaft nicht bestritten werden darf ! _____________________ Freimaurer bilden weltweit eine Gemeinschaft von 6 Millionen brüderlich verbundenen Männern, die durch rituelle Handlungen geistige Vertiefung und sittliche Vervollkommnung erreichen wollen. Ihre Hauptziele sind die Erziehung der eigenen Person zur Nächstenliebe, zu Duldsamkeit und Wohltätigkeit. Freimaurer wird man nicht durch bloße Mitgliedschaft in einer Loge! Freimaurerei ist vielmehr eine Lebenshaltung, die man erst durch langes Bemühen – vielleicht – und oft auch nur unter Inkaufnahme von Rückschlägen erlangt. Freimaurer sind als Menschen keineswegs unfehlbar. Die Arbeit des Freimaurers an sich selbst hört deshalb niemals auf und muß täglich neu begonnen werden. Es ist gut, wenn man dabei ratgebende Brüder der Loge an seiner Seite hat, wenn die eigene Frau und die Familie die Bemühungen des Freimaurers für seine Loge und die Gesellschaft mit Verständnis und Wohlwollen begleitet, ja unterstützt. Der christlich – freimaurerische Anspruch " Jeder steht im Dienste des anderen" soll nach unserem Verständnis zum Baustein einer menschlicheren Gesellschaft werden. Soll der Verrohung und dem fortschreitenden Rassismus in unserer Gesellschaft entgegenwirken. Freimaurer wollen mit ihrer Arbeit an sich selbst ein Zeichen für andere setzen. Sie wollen der Materialisierung in unserer Gesellschaft und der inneren Beziehungslosigkeit von Menschen entgegenwirken. Dazu gehört es, Menschen aus ihrer Einsamkeit herauszuholen, ihnen Heimat zu geben, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Ihnen zu helfen, in Würde und Freiheit unter Gleichen zu leben. Brüderlichkeit bedeutet für Freimaurer Solidarität und soziale Verantwortung, z.B. gegenüber den Witwen unserer ehemaligen Logenbrüder. Freimaurer leisten erhebliche Beiträge zur Linderung von Not anderer Menschen. So tragen Hamburger Freimaurer zur finanziellen Sicherung der Zinnendorf – Stiftung in Hamburg- Eppendorf bei, in der 21 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren leben, die unter Multipler Sklerose, Muskelschwund, Krebs und Aids leiden. Wir Freimaurer bemühen uns auf diese und andere Weise, ein Gegengewicht zu bilden zur sozialen Kälte und Oberflächlichkeit in unserer Gesellschaft. Wir wollen damit die Möglichkeiten unserer Freiheit nutzen, um den Gleichheitsstandard anderer in Richtung Freiheit anzuheben. Sind wir Freimaurer dadurch jedoch zu besonderen oder gar besseren Menschen geworden , weil wir von unserem geistigen oder materiellen Reichtum abgeben ? Sicher nicht. Wir sind uns alle vielmehr im klaren darüber, dass man minderwertig ist , wenn man sich besser dünkt als andere - und dass es ein sicheres Zeichen für Durchschnittlichkeit ist , wenn man sich selber für überdurchschnittlich hält. _____________________ Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Dr. Henning Voscherau schrieb im März 1996 in einem Grußwort zur 200 – Jahr-Feier meiner Loge "Carl zum Felsen" :
Soweit die Worte unseres ehemaligen Ersten Bürgermeisters. ____________________ Nun habe ich mit meinem Vortrag den Versuch unternommen, Ihnen die bekannten französischen Kampfbegriffe Liberte`, Egalite`, Fraternite` ein wenig näher zu bringen. Freiheit , Gleichheit und Brüderlichkeit – seit Gotthold Ephraim Lessing zählen diese inhaltlich identischen deutschen Begriffe zu den tragenden Prinzipien von uns Freimaurern. Hinzu kommen die Tugenden Menschlichkeit und Toleranz. Diese humanitären Säulen werden dann mit sinnstiftenden Leben erfüllt, wenn wir die Begriffe zukünftig noch stärker als unsere Aufgabe betrachten und als Handlungsrahmen verantwortungsvoll ausfüllen. Aber nicht nur Freimaurer, jeder von Ihnen kann auf seine Weise und mit seinen Möglichkeiten dazu beitragen, Verantwortung für den Mitmenschen und die Gesellschaft zu übernehmen, innerhalb unserer pluralistischen Gesellschafts- ordnung als Vorbild für andere prägend wirken. Mit unserem gemeinsamen Eintreten für diese Ideale können wir letztlich mit dazu beitragen, daß der Staat – unser Staat – von Aufgaben entlastet, daß die Würde und Eigenverantwortung des Bürgers neben uns zugleich gestärkt wird. __________________ Unser großer Dichter Friedrich
von Schiller galt in seiner Zeit als ein leidenschaft- licher
Vertreter der politischen und sittlichen Freiheitsidee. " Keiner sei gleich dem anderen , doch gleich sei jeder dem Höchsten ! Wie ist das zu machen ? Es sei ein jeder vollendet in sich !" |