Zum Beginnen, zum Vollenden,
Zirkel, Blei und Wasserwaage:
Alles stockt und starrt in Händen,
Leuchtet nicht der Stern dem Tage.
Sterne werden immer scheinen,
Allgemein auch zum Gemeinen;
Aber gegen Maß und Kunst
Richten sie die schönste Gunst.
Goethe
Mitten im Herzen Deutschlands und am östlichen Rande des Harzes liegt die Lutherstadt Eisleben. Die 1000jährige Stadt hat ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt und ist vom Jahrhunderte währenden Kupferschieferbergbau geprägt.
Der Reformator Dr. Martin Luther erblickte hier 1483 das Licht der Welt und starb in seiner Vaterstadt anno 1546. Heute ist die Lutherstadt Eisleben die Kreisstadt des Mansfelder Landes mit ca. 25.000 Einwohnern.

Logenhaus in Eisleben um 1850
Bereits 1742 ist der erste Freimaurer Eislebens, Prof. A. Weber, nachweisbar. In dem naheliegenden Erdeborn bei Eisleben hatte der Gründer der Großen Landesloge von Deutschland – Freimaurerorden (GLLFvD), von Zinnendorf, ein Gut.
Seit 1792 fanden von der Ascherslebener JohannisLoge "Zu den 3 Kleeblättern" zweimonatliche Sitzungen in Eisleben statt.
Am 27. September 1816 wurde die 77. Johannisloge der GLLFvD gestiftet. Erster Logenmeister war der Eisleber Bürgermeister F. W. Tellemann. In den ersten Jahren waren es nur wenige Brüder, dann aber blühte die Loge richtig auf. 1841 wurde ein Grundstück erworben, 1843 wurde das Logenhaus eingeweiht. Bereits ein Jahr später arbeitete hier eine schottische Delegation von der Berliner Andreasloge "Indissolubilis", welche am Heiligen Abend 1878 die Eisleber Andreasloge "Florens" stiftete. Eisleber Freimaurer stifteten Tochtergründungen in Querfurt, München, Halle, Hettstedt und Saarbrücken.
Sie waren es auch, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders in der Erforschung der Heimatgeschichte hervorgetan haben. So wurde 22 Jahre der Mansfelder Heimatkalender von Eisleber Brüdern herausgegeben. Innerhalb der Loge bildete sich ab 1927 der Kegelklub "Sausemannia", welcher auch das Verbot der Freimaurer 1935 überlebte. Bereits 1934 kam es zur Plünderung und Schließung des Logenhauses. Der persönliche Adjudant Himmlers, Ludolf von Alvensleben, funktionierte es zum HJ-Heim um. Bis 1975 trafen sich die Eisleber Brüder weiter im Kegelklub. Keiner von ihnen erlebte die Wiedereinrichtung der Loge - dies sollte noch ein weiteres Vierteljahrhundert dauern. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde der Weg frei, das erloschene freimaurerische Licht wieder zu entzünden. Brüder aus Wuppertal gründeten 1991 eine freimaurerische Vereinigung in Eisleben. Der letzte Kegeljunge von "Sausemannia" und jetzige Logenmeister, Hans-Martin S. Kohlmann, führte ab Juni 1994 regelmäßig öffentliche Abende durch. Die Rückgabe des Logenhauses erfolgte 1995.
Am 30. Oktober 1999 fand die festliche Lichteinbringung durch den Ordensmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland in Anwesenheit von über 120 Brüdern aus ganz Deutschland statt.
Wie vor 200 Jahren begann unsere Loge wieder mit fünf Brüdern, welche die königliche Kunst ausüben. Inzwischen ist sie erfreulich gewachsen.
Freimaurerei ist eine Lebenshaltung. Ein Leben lang gilt es, am unbehauenen Stein - sich selber - zu arbeiten. Toleranz und Humanität sind im Lichte der Worte Johannes des Täufers "Ändert Euren Sinn" zu sehen.
Monatlich findet ein Gästeabend für alle Interessierten statt. Unsere bisherigen gut besuchten Informationsabende mit Vorträgen und Diskussionen geben uns die Hoffnung, daß unsere Loge zu recht "Zum aufblühenden Baum" heißt.
Haben wir Sie neugierig gemacht?
Wir freuen uns auf Ihre Fragen.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!
Kontaktadresse:
Hans - Martin - S. Kohlmann
Kreisfelder Gasse 11
06295 Lutherstadt Eisleben
Fax: 03 47 75 - 8 10 62
E-Mail: baum.eisleben@freimaurerorden.org
Logenhaus:
(z. Zt. keine Postadresse)